Misogynie: Wenn Männer Frauen hassen

Misogyne Männer hassen Frauen nicht einfach. Sie haben bestimmte Vorstellungen davon, wie sich Frauen zu verhalten haben. Und wenn sich diese nicht unterordnen – dann schlagen Hass und Verachtung zu.

Misogynie (von griechischmisein „hassen“ sowie gyné „Frau“) wird oft mit dem Hass auf Frauen gleichgesetzt. Aber sind misogyne Männer einfach Menschen, die alle Frauen hassen? So einfach ist es nicht.

Misogynie ist nicht einfach Hass auf Frauen. Das ist ein Missverständnis. Misogynie ist auch keineswegs auf Männer beschränkt . Und sie äußert sich nicht darin, dass alle Frauen gehasst werden. Ja, es sich selbst misogyne Gesellschaften denkbar, in der nicht eine einzige Frau gehasst wird.

Der sichtbare Hass auf Frauen – oder genauer: auf bestimmte Frauen – ist eine Art, wie sich Misogynie mitteilt. Wie sie bestraft. Aber das ist nicht die einzige Art, wie sie sich äußert. Denn Frauen, die den Überzeugungen misogyner Personen entsprechen, werden mitunter auch belohnt.

Aber was sind das für Überzeugungen?

Frauen müssen sich unterzuordnen

Frauen sind in den Augen misogyner Personen weniger wert als Männer. Sie haben sich ihnen unterzuordnen und ihren Wünschen entsprechen. In misogynen Vorstellungen sollen Frauen sexuell verfügbar sein, liebende Mütter und fleißige Hausfrauen sein oder für ihre Männer schwärmen. Mit einem Wort: Sie sollen so sein, wie es der Mann will. Ihre eigenen Bedürfnisse werden nur dann akzeptiert, wenn sie in das männliche Schema passen – wenn es also keine echte Selbstständigkeit gibt. Stattdessen sollen sie am besten in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen.

Sobald Frauen diese Rolle nicht akzeptieren wollen, schlagen ihnen Hass, Demütigung oder gar Gewalt entgegen. Das kann mitunter auch von anderen Frauen ausgehen – von Frauen, die nicht nur die Überordnung der Männer akzeptieren, sondern auch gutheißen.

Genau deswegen zielt der Hass auch nie auf alle Frauen: Sondern nur auf die, die sich nicht unterordnen. Würden also alle Frauen die Wünsche der Männer, der Hass wäre gar nicht sichtbar.

Frauen wiederum, die die Rolle spielen, die misogyne Männer von ihnen erwarten, werden gelobt und sind beliebt. Man sieht das gut an Internet-Seiten wie 9gag. Die vornehmlich von Gamern bespielte und besuchte Seite hat ein kaum übersehbares Problem mit Frauen – außer mit hübschen, lieben Mädchen, die ihre Männer beim Computerspielen bewundern und ihren Phantasien entsprechen. Diese werden bejubelt, wenn sie Fotos von veröffentlichen, dass sie im sexy Kostüm einer Fantasy-Figur oder beim Computerspielen zeigt.

Nein, misogyne Männer sind nicht bewusst und gezielt Frauenhasser

Misogyne Menschen entscheiden sich nicht bewusst dafür, misogyn zu sein. Es ist ihnen meistens nicht einmal bewusst. Wieso auch? Immerhin gibt es Frauen, die sie mögen (weil diese ihre Rolle spielen).

Misogyne zeigt sich in Form einer emotionalen Reaktion auf ein vermeintliches Fehlverhalten. Sie ist keine mehr oder weniger klare Weltanschauung, die argumentiert wird. Sondern ein intuitives Urteil über eine Person aufgrund ihres Verhaltens.

Ein Mann, der ein Problem mit witzigen Frauen hat (siehe Warum so viele Männer witzige Frauen verachten), sagt sich natürlich nicht: „Der Witz war schon lustig, aber sie fällt aus der Rolle der Zuhörerin. Deswegen werde ich sie ab jetzt nur noch verächtlich behandeln.“ Sondern er fühlt ein Unbehagen und dieses schlägt oftmals in eine wütende Handlung um, die der Frau zu verstehen geben soll, wo ihr Platz ist.

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